Attacke in Paris: Chronologie von Anschlag, Flucht und Geiselnahme

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In Frankreich überschlagen sich die Ereignisse
In Frankreich überschlagen sich die Ereignisse - © EPA
Seit dem Anschlag auf das Satire-Magazin “Charlie Hebdo” am Mittwoch in Paris überschlagen sich die Ereignisse. Ein Überblick.

Mittwoch, 7. Jänner:

– Zwei mit Kalaschnikows bewaffnete und vermummte Täter stürmen gegen 11.30 Uhr das Gebäude im Herzen von Paris, in dem sich die Redaktionsräume von “Charlie Hebdo” befinden.

– Im Eingangsbereich erschießen sie den Angestellten einer Reinigungsfirma, bevor sie in die Redaktion eindringen, wo gerade die wöchentliche Konferenz stattfindet. Sie töten mit einer Salve von Schüssen acht Mitglieder der Redaktion, unter ihnen den Zeitungschef Stephane Charbonnier, genannt Charb. Getötet werden auch ein Polizist, der für den Schutz von Charb verantwortlich war und ein Besucher.

– Die Angreifer steigen in einen schwarzen Citroën und liefern sich einen Schusswechsel mit Polizisten in einem Streifenwagen. Ein bereits am Boden liegender, verletzter Polizist – ein Moslem – wird von einem der Angreifer kaltblütig erschossen.

– Nach einer Kollision geben die Attentäter den Fluchtwagen auf, bringen ein anderes Auto in ihre Gewalt und setzen die Flucht in Richtung Norden fort, wo sich ihre Spur zunächst verliert.

– Frankreich erhöht den Terroralarm für Paris und den Norden des Landes auf die höchste Stufe.

– Anti-Terror-Einheiten nehmen aufgrund von Fahndungshinweisen – unter anderem einem im ersten Fluchtauto gefundenen Personalausweis – Razzien in den nordwestlich von Paris gelegenen Städten Reims und Charleville-Mezieres vor.

– Die Polizei gibt bekannt, dass drei Männer gesucht werden, unter ihnen zwei 32 und 34 Jahre alte Brüder: Cherif und Said Kouachi. Ein dritter Verdächtiger, der 18 Jahre alte Schwager eines der Brüder, stellt sich am Abend der Polizei.

Donnerstag, 8. Jänner:

– In Montrouge südlich von Paris wird am Vormittag eine junge Polizistin von einem Mann erschossen. Zunächst ist nicht bekannt, ob es einen Zusammenhang mit dem Anschlag auf “Charlie Hebdo” gibt.

– Die mutmaßlichen Attentäter überfallen im Departement Aisne nördlich von Paris eine Tankstelle, deren Besitzer alarmiert die Polizei.

– Die Polizei teilt mit, dass in dem nach dem Anschlag verwendeten Fluchtwagen ein Dutzend Molotow-Cocktails und zwei Dschihadisten-Flaggen gefunden wurden.

– Tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz, viele von ihnen durchkämmen die Gegend um die Tankstelle, wo die mutmaßlichen Täter zuletzt gesehen wurden.

– Ein Vertreter der USA gibt bekannt, die beiden Kouachi-Brüder stünden “seit Jahren” auf der Liste von Terrorverdächtigen des US-Geheimdienstes; Said habe einige Monate ein Trainingslager der Extremistenorganisation Al-Kaida im Jemen durchlaufen.

Freitag, 9. Jänner:

– Bei der Jagd nach den beiden Brüdern fallen am Morgen nördlich von Paris auf der Nationalstraße 2 Schüsse.

– Zwei Männer zwingen eine Frau, ihnen ihr Auto zu überlassen. Laut Polizeiangaben erkannte die Frau Cherif und Said Kouachi.

– Die beiden Brüder verschanzen sich in einem Industriegebiet nahe des Flughafens Charles de Gaulle nördlich von Paris mit einer Geisel. Zahlreiche Sicherheitskräfte gehen dort in Stellung.

– Die Polizei teilt mit, es gebe eine “Verbindung” zwischen der Tötung der Polizistin in Montrouge am Donnerstag und dem Anschlag auf “Charlie Hebdo” am Tag zuvor.

– Im Osten von Paris nimmt am frühen Nachmittag ein bewaffneter Mann in einem Lebensmittelgeschäft für koschere Produkte fünf Geiseln. Ermittlern zufolge handelt es sich offenbar um den Mann, der in Montrouge die Polizistin erschossen haben soll.

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