Anti-IS-Koalition richtet sich auf langen Kampf ein

Auch Außenminister Sebastian Kurz nahm an dem Treffen teil.
Auch Außenminister Sebastian Kurz nahm an dem Treffen teil. - © APA
Die internationale Allianz gegen die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) rüstet sich für einen jahrelangen Kampf. “Jeder weiß, dass es ein langer Weg ist”, sagte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch bei einem Treffen der Koalition in Brüssel. Ähnlich äußerte sich sein US-Amtskollege John Kerry. An den Beratungen nahm auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) teil.

Die Anti-IS-Koalition unter der Führung der Vereinigten Staaten hatte sich Anfang September mit zunächst fünf westlichen und fünf arabischen Staaten zusammengefunden, um den Vormarsch und die Schreckensherrschaft der Extremisten im Irak und in Syrien zu stoppen. Inzwischen gehören der Koalition etwa 60 Staaten an. Rund ein Dutzend Nationen fliegen Luftangriffe. Österreich engagiert sich im Rahmen der Koalition ausschließlich humanitär und politisch.

Bereits beträchtliche Erfolge erzielt

US-Außenminister Kerry würdigte die breite internationale Zusammenarbeit gegen die sunnitischen Extremisten. “Der IS ist eine Bedrohung und eine Gefahr für die Werte von uns allen”, sagte Kerry. Die Koalition existiere seit weniger als drei Monaten, habe aber bereits beträchtliche Erfolge erzielt. Allerdings würden voraussichtlich noch Jahre nötig sein.

Ziel des Brüsseler Treffens war es, den militärischen Kampf zu koordinieren und eine gemeinsame Strategie zu finden, um den sunnitischen Extremisten auch politisch das Wasser abzugraben. Neben der Fortsetzung der Luftangriffe mehrerer Staaten unter der Führung der USA gegen die IS-Miliz soll auch über Möglichkeiten diskutiert werden, wie der Zustrom ausländischer Kämpfer zu der Extremistenmiliz gestoppt werden kann. Zudem nannte Kerry die Suche nach Möglichkeiten, die Finanzierung der Jihadisten zu stoppen. Weiteres Thema ist die humanitäre Hilfe für Menschen, die wegen der Kämpfe im Irak oder Syrien fliehen mussten.

Keine Änderung in der Iranischen Politik

Kurz vor Beginn der Beratungen berichteten die USA, dass erstmals auch iranische Kampfflugzeuge im benachbarten Irak IS-Stützpunkte angegriffen hätten. Aus dem Iran hieß es jedoch, man habe keine Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak geflogen. “Der Iran war nie an irgendwelchen Luftschlägen gegen IS-Ziele im Irak beteiligt”, sagte ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die iranische Außenamtssprecherin Marzieh Afkham (Afcham) erklärte, sie “bestätige diese Informationen über eine militärische Kooperation (mit dem Irak) nicht”. Der Iran liefere der irakischen Armee militärische Ausrüstung und Ausbildung im Rahmen der internationalen Regeln. Es habe “keine Änderung” in der iranischen Politik gegeben, Bagdad im Kampf gegen die Miliz “Islamischer Staat” (IS) zu unterstützen. Teherans Strategie stützte sich bisher auf die militärische Beratung der irakischen Streitkräfte, nicht auf direkte Einsätze.

Schwester eines im Irak inhaftierten Extremisten

Der Irak hat unterdessen Zweifel angemeldet, dass eine der Frauen des selbst ernannten Kalifen und IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi im Libanon festgenommen wurde. Nach einem Schreiben des irakischen Innenministeriums soll es sich vielmehr um die Schwester eines im Irak inhaftierten Extremisten handeln. Es könnte sein, dass die beiden Frauen, die einen ähnlichen Namen tragen sollen, verwechselt wurden. (APA)

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