30. März 2010 10:15; Akt.: 30.03.2010 10:15

Ansturm bei Schuldenberatung

Peter Kopf: Zahl der arbeitslosen SchuldnerInnen ist gestiegen. Peter Kopf: Zahl der arbeitslosen SchuldnerInnen ist gestiegen. - © VN/Stiplovsek
Bregenz - Noch nie haben so viele Menschen die Beratungsstellen der IfS-Schuldenberatung aufgesucht wie im vergangenen Jahr.

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Mehr als 2.800 Personen - das sind um 2 % mehr als im Jahr zuvor - suchten 2009 in ihrer finanziellen Notlage Rat und Unterstützung. „Gestiegen ist vor allem die Zahl der arbeitslosen Schuldner und Schuldnerinnen“, berichtet Peter Kopf, Geschäftsführer der IfS-Schuldenberatung. Waren im Jahr 2008 noch etwa ein Viertel aller KlientInnen arbeitslos, so ist diese Zahl 2009 auf beinahe ein Drittel angestiegen. „Und auch im laufenden Jahr wird diese Zahl weiter steigen“, ist Kopf überzeugt. „Denn wenn Menschen, die arbeitslos werden, ihre Reserven aufgebraucht haben, sind finanzielle Probleme beinahe unausweichlich.“

Zunehmende Verschuldung des Mittelstands

Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass zunehmend auch der Mittelstand von der Schuldenproblematik betroffen ist. Mit einer Steigerung von 8 % verzeichnet die Altersgruppe der 45- bis 55-Jährigen den stärksten Zuwachs. Hier sind vor allem Menschen betroffen, die in jüngeren Jahren in ihr Eigenheim investiert haben und jetzt durch den Verlust des Arbeitsplatzes nicht mehr in der Lage sind, die Verbindlichkeiten dafür zu bezahlen.

Weitere Auffälligkeiten zeigen sich in Bezug auf die Geschlechterverteilung. „Während die Männer in allen Altergruppen dominieren, ist das Verhältnis bei den unter 25-Jährigen beinahe ausgeglichen“, weist Kopf auf diesen besonderen Umstand hin. „Das macht deutlich, dass jüngere Frauen ein ähnliches Finanzverhalten entwickeln wie Männer und auch verstärkt die Möglichkeit haben, ein Leben auf Pump zu führen“, erläutert Kopf. Auffallend ist in dieser Hinsicht auch die Tatsache, dass sich Frauen vermehrt durch Bürgschaften und nach Scheidungen verschulden. Frauen weisen insgesamt eine geringere durchschnittliche Verschuldung als Männer auf, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Frauen mit Teilzeitjobs geringere Möglichkeiten haben, fremdes Geld auszuleihen.

Nachhaltige Entschuldung durch Privatkonkurs

Immer häufiger wird der Privatkonkurs zu einem wichtigen Mittel, um Menschen nachhaltig entschulden zu können. Gemeinsam mit der IfS-Schuldenberatung wurden 2009 mehr als

80 % (484) aller Privatkonkurse in Vorarlberg abgewickelt. Insgesamt  wurden 581 Konkurse eröffnet. „Derzeit laufen Bemühungen, den Privatkonkurs zu vereinfachen und unnötige Hürden zu beseitigen, was von uns bereits seit langem gefordert wird“, berichtet Kopf, der auf eine rasche Umsetzung der geplanten Verbesserungen hofft.

Da gerade bei jungen Menschen Aufklärung not tut, setzt die IfS-Schuldenberatung auf Vorsorge. Gemeinsam mit dem Land Vorarlberg, der Arbeiterkammer, dem Arbeitsmarktservice, der Wirtschaftskammer, der Hypo, den Raiffeisenbanken, Sparkassen sowie Volksbanken und dem aha wird mit dem „Vorarlberger Finanzführerschein“ ein mittlerweile bewährtes Präventionsprogramm angeboten und erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen umgesetzt.


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