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Altpapier: Gemeinden stellen auf Hausabholung um

Altpapier: Gemeinden stellen auf Hausabholung um © VOL.AT/Sascha Schmidt
Schwarzach – Nach den positiven Erfahrungen in Nenzing soll in Zukunft auch in Bludenz, Frastanz, Bludesch und Rankweil das Altpapier ab Haus gesammelt bzw. abgeholt werden. Sammelstellen sollen demnach – mit wenigen Ausnahmen – zur Gänze aufgelöst werden.

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Durchschnittlich 36.000 Tonnen Restmüll und 19.000 Tonnen Bioabfall produzieren Vorarlbergs Haushalte im Jahr. Das ergab eine in Vorarlberg im Jahr 2012 durchgeführte Abfallanalyse. Diese Abfallanalyse stellt den Haushalten und Gemeinden ein sehr gutes Zeugnis aus, was die Trennmoral betrifft. Im Österreich-Vergleich nimmt Vorarlberg bei nahezu allen Werten eine Spitzenposition ein. „Die Erfassungsgrade für die verschiedenen Fraktionen liegen sehr hoch und speziell im Bioabfall sind sie seit 2007 deutlich angestiegen“, freut sich Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes. Über den Umweltverband organisieren die Vorarlberger Gemeinden ihre abfallwirtschaftlichen Aufgaben.

So setzt sich der Müll zusammen

Die Restabfälle aus der kommunalen Sammlung setzen sich laut aktuellen Untersuchungen in Vorarlberg wie folgt zusammen: 57,3 Prozent fallen auf den tatsächlich anfallenden Restmüll und 18,3 Prozent ergeben sich aus biogenen Abfällen wie etwa aus der Küche und teilweise aus dem Garten. Der Bioabfall besteht zu 64 Prozent aus Küchenabfällen und Speiseresten und über 14 Prozent machen Lebensmittel mit und ohne Verpackungen aus. Altstoffe wie Papier, Kunststoffverpackungen, Glas oder Metall ergeben zusammen einen Wert von 24,5 Prozent.

Tonnenweise Lebensmittel im Abfall

Die Menge an weggeworfenen Lebensmittel im Abfall ist in Vorarlberg im Österreich-Vergleich zwar noch durchaus niedrig aber für Landesrat Erich Schwärzler immer noch zu hoch: „Auch wenn in Vorarlberg pro Einwohner und Jahr nur 11 Kilogramm Lebensmittel im Abfall landen, finden sich jedes Jahr in Summe trotzdem knapp 4.000 Tonnen Lebensmittel im Rest- und Bioabfall. Hier mache ich eine klare Ansage: Lebensmittel haben im Abfall nichts verloren.“ Laut der aktuellen Analyse landen pro Einwohner jährlich sechs Kilogramm genießbare Lebensmittel im Restmüll. Nicht mitgerechnet sind dabei gekochte Speisen, Speisereste oder verdorbene Ware. „Hier haben wir bereits erste Schritte gesetzt, damit im kommenden Jahr verschiedene Organisationen gemeinsam und wirksam aktiv werden“, erklärt Schwärzler.

Weg von Recyclingstationen – hin zur Hausabholung

Positive Erfahrungen werden derzeit mit neuen Methoden zur Altpapier-Sammlungen gemacht. So wird etwa seit längerem in Nenzing und seit wenigen Wochen auch in Lochau und Hörbranz das Altpapier ab Haus gesammelt bzw. dort abgeholt. Die sehr positiven Erfahrungen mit diesem Abfallsystem im Pilotversuch habe zahlreiche Gemeinden bewogen, ihre Altpapiersammlung in nächster Zeit ebenfalls umzustellen. So wollen etwas die Gemeinden Bludenz, Frastanz, Bludesch, Rankweil und andere dem Vorbild anderer Gemeinden folgen. Auf die Frage, ob das nicht zu erhöhten Transportaufkommen in den Gemeinden führe, meint Rainer Siegele: „Ganz im Gegenteil – Beobachtungen haben ergeben, dass der Transportverkehr durch Hausabholung weit geringer ist, als wenn die Haushalte ihr Altpapier regelmäßig zu den Sammelstellen fahren.“

Fachgerechte Entsorgung von Rest- und Bioabfall

Das gesamte Biomüllaufkommen wird von der Recyclingfirma Häusle in Lustenau übernommen, kompostiert und die daraus entstehende Erde verkauft. Das bei der Kompostierung entstehende Gas wird für energetische Zwecke verwendet. Etwas anders verhält es sich mit dem Restmüll. Dieser wird bei Häusle zerkleinert, getrocknet und in Folge der Müllverbrennungsanlage im schweizerischen Buchs zugeführt. Die dort bei der Verbrennung entstehende Energie wird thermisch und auch zur Stromerzeugung genutzt.

(VOL.AT/Sascha Schmidt)

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