Alter und Arbeitslosigkeit: Silver Society und demographischer Wandel

Von Matthias Rauch (VOL.AT)
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In der heutigen Zeit gilt man schnell einmal als zu alt, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Eine alternde Gesellschaft verlangt hier jedoch ein Umdenken, der demographische Wandel verändert auch die Arbeitswelt. Das Caritas-Arbeitsprojekt Carla betont dies mit dem “Trend Report” und holt Best-Practice-Beispiele vor den Vorhang. 

Langzeitarbeits- und beschäftigungslosigkeit trifft vor allem ältere Arbeitssuchende. Die Zahlen sind alarmierend, die Chancen auf eine Wiederbeschäftigung sinken jenseits der 50 beträchtlich. Bereits im Herbst 2015 warnte das Arbeitsprojekt Carla der Caritas vor den aktuellen Entwicklungen im Trend Report. Und auch ein Jahr später gebe es trotz aller Maßnahmen des AMS und des Landes noch viel zu tun.

AMS, Carla AMS, Carla ©

Bald jeder Dritte über 60 Jahre alt

Der demografische Wandel macht jedoch auch nicht vor der Arbeitswelt Halt, warnt die Caritas. Bereits 2030 werde jeder dritte Österreicher älter als 60 sein. 2050 wird der durchschnittliche Österreicher bereits 48 sein. Experten sprechen von der überalterten Gesellschaft als “Silver Society”. Doch wird die österreichische Gesellschaft nicht nur immer älter, sondern auch immer fitter. Heutige 60-Jährige seien gesundheitlich im Zustand eines 45-Jährigen früherer Generationen, sieht man im “Trend Report 2015″ von Caritas und Zukunftsinstitut durchaus Potential für eine Weiterbeschäftigung.

Statistik Austria, Carla Statistik Austria, Carla ©

Unternehmen vor Herausforderung “Alter”

Die Auswirkungen sind bereits heute für Unternehmen spürbar, es mangelt immer mehr an Nachwuchs. Außerdem hat bei Jüngeren berufliche Karriere meist nicht denselben Stellenwert wie bei früheren Generationen. Der Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance des Nachwuchses wird neben der Alterung der Belegschaft und Fachkräftemangel wird von den Entscheidungsträgern in den Firmen in einer Umfrage des Personaldienstleisters HAYS als die wichtigsten Themen bei der Personalpolitik ihres Unternehmens betrachtet.

HAYS, HR Report 2014/15; Carla HAYS, HR Report 2014/15; Carla ©

Silver Potentials

Chancen sieht der “Trend Report” daher bei den sogenannten Silver Potentials: Menschen, die für eine Vollbeschäftigung beste Voraussetzungen mitbringen, jedoch aufgrund des Alters oder Vorurteile keine Chance bekommen. Sie sind meist aufgrund ihrer Erfahrung qualifiziert, können dies jedoch oft nicht formal durch Zeugnisse belegen. Sie bringen dafür laut Trend Report Soft Skills, Leistungsfähigkeit und Motivation mit sich.

Carla zeigt Best-Practice

Diese Mitarbeiter können für Firmen einen wichtigen Beitrag darstellen, betont man im “Trend Report”. Ein Beispiel sei der Best-Practice-Betrieb Küchenstudio Erath (siehe Video oben). Welche Hoffnungen man in die Silver Potentials setzt, erfahren Sie im dritten Teil unseres Themenschwerpunktes.

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