Alpinist Christian Stangl hat die “Triple Seven Summits” bezwungen

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Christian Stangl hat mit seinen Traum vom "Triple Seven Summits" mit dem Shkhara erfüllt.
Christian Stangl hat mit seinen Traum vom "Triple Seven Summits" mit dem Shkhara erfüllt. - © APA
Der Alpinist und Extremsportler Christian Stangl hat sein Ziel erreicht, als erster Mensch auf den jeweils drei höchsten Bergen der sieben Kontinente zu stehen.

Vergangenen Freitag bezwang der 47-Jährige mit seinem Bergführerkollegen Archil Badriashvili aus Georgien und Bergsteigerkollegen und Kameramann Michael Haidn aus Österreich als Schlusspunkt den Shkhara (5.193 Meter) an der russisch-georgischen Grenze, teilte seine Sprecherin heute, Dienstag, der APA mit.

Alpinisten gerieten in Sturm

Das Austro-Georgische Dreierteam ist damit heuer das bisher einzige Team, das den Shkhara von Georgien aus erfolgreich besteigen konnte. Dennoch führte der Abstieg beinahe in ein Desaster: Trotz guter Wetterprognose gerieten die Alpinisten nämlich in einen Sturm, der sie auf 4.200 Metern festhielt. In der ersten Nacht schneite es bereits 60 Zentimeter, wegen des steilen Abstieges und der damit verbundenen Lawinengefahr war ein weiterer Abstieg nicht möglich. Nach drei Tagen des Wartens – Lebensmittel und Brennstoff waren bereits zu Ende – forderte Stangl via Satellitentelefon Hilfe aus der Luft an.

Equipment noch im Lager

Der Shkhara gilt sowohl von Süden (Georgien) als auch von Norden (Russland) als schwieriger und sehr gefährlicher Berg. Derzeit befindet sich Stangl in Tiflis und macht sich morgen auf den Weg, um sein Equipment aus dem Basislager zu holen. Sobald die Daten eingeholt sind, werden sie zur Verifizierung weitergeleitet.

Falsche Gipfelmeldung vom K2

Sieben Jahre lang war Stangl unterwegs, um als erster Mensch auf den jeweils höchsten, zweithöchsten und dritthöchsten Gipfeln der Kontinente zu stehen – den “Triple Seven Summits”. Der Auftakt erfolgte am 25. Mai 2006 am ersten und zugleich höchsten der 21 Berge, dem Mount Everest (8.848 Meter). Einen absoluten Tiefpunkt gab es im Sommer 2010, als der Bergsportler mit einer falschen Gipfelmeldung vom K2 (samt falschem Gipfelfoto und dem mehr als zögerlichen Eingeständnis, nicht oben gewesen zu sein) für Negativschlagzeilen sorgte.

Kammerlander auf falschen Gipfel

Stangl dürfte mit dem Shkhara gleich drei Rekorde erreicht haben: Er ist nicht nur der erste Mensch, dem die “Triple Seven Summits” gelungen sind, seinen Berechnungen nach ist er auch der Erste auf den sieben zweit- und den sieben dritthöchsten Gipfeln der Erde. Bei der Besteigung der “Second Seven Summits” hatte sich Stangl zuletzt übrigens einen Streit mit dem Südtiroler Hans Kammerlander geliefert, der beim Rennen um die sieben Zweithöchsten allerdings auf einem falschen Gipfel gestanden sein dürfte.

“Sicherheitshalber” 30 Berge bestiegen

Bei etlichen Bergen war nämlich bis vor kurzem die genaue Höhe umstritten. Zwar waren die klassischen “seven summits” ganz eindeutig verifiziert, bei den zweit- bzw. dritthöchsten Bergen der Kontinente war dies aber bis vor kurzem nicht der Fall. Um alle Eventualitäten auszuschließen, bestieg Stangl “sicherheitshalber” insgesamt 30 Berge weltweit, um am Ende auch tatsächlich auf den richtigen 21 Gipfeln gestanden zu sein. Außerdem dokumentierte der Steirer seit seinem K2-Debakel jeden Bergerfolg ausführlich mit Gipfelfoto, Gipfelvideo und einem von der Universität Graz zur Verfügung gestellten Differenzial-GPS-Gerät, das besonders exakte Höhen-Messungen zulässt.

Rückkehr zum “Ur”-Alpinismus

Inzwischen steht für Stangl der wissenschaftlichen Anspruch des Projekts sogar über dem sportlichen. Die “Triple Seven Summits” seien eine Rückkehr zum “Ur”-Alpinismus vergangener Epochen, als Forscher und Bergsteiger auszogen, um zu erforschen, zu vermessen und zu erkunden. Mit diesem Projekt hat der Österreicher die umfangreichste Alternative zu den bekannten alpinen Zielen der “seven summits” (erstmals bestiegen von Dick Bass 1985 – USA) oder auch den “Vierzehn Achttausendern” (erstmals bestiegen von Reinhold Messner 1986 – Italien) geschaffen. (APA)

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