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Allgemeinmediziner kündigen den Bereitschaftsdienst in Dornbirn auf

Dr. Robert Spiegel unterfertigte das Kündigungsschreiben "im Auftrag" der Kollegen. Dr. Robert Spiegel unterfertigte das Kündigungsschreiben "im Auftrag" der Kollegen. - © VOL.AT, Uher
von VN/Marlies Mohr - Dornbirn – Bei den Ärzten droht neuerliches Ungemach. Per Einschreiben an die Stadt haben die Allgemeinmediziner in Dornbirn den aus 1996 stammenden Vertrag zur Übernahme einer 24-Stunden-Bereitschaft aufgekündigt.

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Die Kündigung soll am 1. Jänner 2013 wirksam werden. Grund für den Ärger ist der Plan, neben dem Krankenhaus Dornbirn eine sogenannte Triageordination zur Entlastung der Ambulanz einzurichten. Sie würde den bisher praktizierten Bereitschaftsdienst ersetzen.

Zweifel am Effekt

Die 16 niedergelassenen Praktiker können diesem Modell wenig bis gar nichts abgewinnen. Statt das Angebot einer ständig besetzten Dienstordination anzunehmen, werde eine zusätzliche Struktur aufgebaut, lautet die Kritik. Außerdem zweifeln sie an der Wirksamkeit des Projektes. Es werde weder den gewünschten Lenkungseffekt auf die Ambulanzfrequenzen, noch eine Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung bringen, heißt es. Versöhnlichere Töne zum Schluss: Selbstverständlich würden die praktischen Ärztinnen und Ärzte weiterhin die Betreuung der Patienten gemäß Vertrag mit der Vorarlberger Gebietskrankenkasse garantieren. Und: „Wir sind für Verbesserungen der medizinischen Versorgung der Dornbirner Bevölkerung gerne gesprächsbereit.“ Dr. Robert Spiegel, der das Schreiben im Auftrag der Kollegenschaft unterfertigte, gab sich auf VN-Nachfrage wortkarg. Mehr als das, was im Brief stehe, gebe es derzeit nicht zu sagen.

Bürgermeister Wolfgang Rümmele versicherte gegenüber den VN, man werde sich bemühen, dass dieser Fall nicht eintritt und wolle weiterhin die seit Jahrzehnten gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Allgemeinmedizinern pflegen. Es brauche jedoch eine Entlastung für die Ambulanz, denn es gebe zu viele Leute, die dort nicht hingehören.

Kritik an der Politik

Ärztekammerpräsident Dr. Michael Jonas wiederum spricht von einer „vorsorglichen Vertragskündigung“ und geht einmal mehr mit der Politik scharf ins Gericht. Schon seit Längerem wird die Regulierung der Patientenströme per Gesetz gefordert. „Doch es fehlt nach wie vor am Mut und am Willen, das anzugehen“, sagt Jonas. Stattdessen müssten künstliche Projekte aus dem Hut gezaubert werden. Auch er glaubt nicht, dass ambulante Erstversorgungseinheiten wie im LKH Bregenz oder eben Triageordinationen das Problem des ungebremsten Zuzuges in die Spitalsambulanzen wirklich lösen können.

Dennoch bekenne sich die Ärztekammer zum geplanten Entlastungsprojekt in Dornbirn. Nur so könne man schauen, ob diese Maßnahmen etwas bringen. Das auf zwei Jahre angelegte Vorhaben soll noch heuer starten. Die Triageordination neben dem Krankenhaus wäre 24 Stunden besetzt und unter der Nummer 0800/2200 erreichbar. Die Allgemeinmediziner hatten vorgeschlagen, das in der Praxis des jeweils diensthabenden Arztes anzubieten.

Ungeklärte Fragen

Von der Ankündigung zur Kündigung noch nicht aus der Ruhe bringen lässt sich Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard. Dass die Ärzte gerade jetzt so geballt ihre Unzufriedenheit artikulieren, freue ihn zwar nicht, aber bis 2013 sei genug Zeit, um vernünftige Lösungen auf den Weg zu bringen. Bernhard räumt jedoch ein, dass bei den niedergelassenen Diensten rechtliche und Fragen der Zuständigkeit zu klären sind. Vorschläge erwartet er sich in diesem Zusammenhang aber auch von jenen, die Kritik am System üben.

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