17. November 2008 15:28; Akt.: 17.11.2008 15:28

Alles über die gesunde Sexualität

Alles über die gesunde Sexualität © MS/Uher
Primar Dr. Walter Neunteufel vom Krankenhaus Dornbirn begann seinen Vortrag mit einer Definition der Weltgesundheits-Organisation WHO, die die Sexualität als wichtig für Wohlbefinden und Gesundheit sieht.

Sie soll demnach selbstbestimmt und selbst gewählt sein. Der Gynäkologe: „Die weibliche Sexualität unterscheidet sich erheblich von der männlichen. Sie ist starken Einflüssen von außen unterworfen - nicht nur auf einer körperlichen, auch auf einer emotionalen Ebene. Gerade für die Frau sind Beziehungen als Grundlage der Sexualität von besonderer Bedeutung.“ Positiv verstärkt wird die weibliche Sexualität demnach durch fixe Partnerschaften und stabile Verhältnisse - negative Verstärker sind oft Krankheiten, aber auch Medikamente (z.B. gegen Hoch­druckerkrankungen) können das Sexualempfinden negativ beeinflussen. Neunteufel erklärte verschiedene Sexualstörungen: So kann etwa sogar die Pille dazu führen, dass man keine Lust mehr auf Sex hat.

Ausführliches Gespräch

Das Allerwichtigste ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, betonte der Gynäkologe, weitere Untersuchungen sind nur noch fallweise notwendig. In diesen Gesprächen kann man viele Sexualstörungen behandeln - andere Möglichkeiten sind Hormone, nicht-hormonelle Medikamente, Physiotherapie, aber natürlich auch Psychotherapie. Sexualität im Alter war ebenso ein Thema wie die von Jugendlichen, wobei Neunteufel vor allem den ungeschützten Sex in jungen Jahren kritisierte. In Sachen Geschlechtskrankheiten brach der Primar eine Lanze für die HPV-Impfung, die in Österreich - beinahe einzigartig in Europa - nicht mehr von der Kasse bezahlt wird. Primar Dr. Andreas Reissigl widmete sich der männlichen Sexualität. Die breit gefächerte Problematik beinhaltet Störungen der Lust, der Erektionsfähigkeit, der Ejakulation oder des Orgasmus. Zentrales Thema für den Experten war die Erektionsstörung, die erektile Dysfunktion.

Ein Teufelskreis

Letztendlich ist es ein Teufelskreis: „Wenn dieser Teil der männlichen Sexualität Probleme zeigt, führt es zu einer Verunsicherung und zu Stress-Situationen. Meist ist eine fehlende Kommunikation die Folge“, so Reissigl. Der Stress verstärkt die Probleme - die Partner entfernen sich voneinander, vermeiden körperliche Nähe. „Ganz wichtig ist es, darüber zu reden“, betonte der Primar mehr als einmal. Dr. Reissigl erklärte die medizinischen Ursachen der Störungen ebenso wie Anatomie und Physiologie der Erektion. Die Behandlung beginnt mit einer umfassenden Anamnese. Neben einer körperlichen Untersuchung und Laborwerten ist auch eine psychologische Betrachtung durchaus angebracht. Bei der Behandlung steht die psychologische Betreuung an erster Stelle, danach können verschiedene Medikamente (die der Primar kurz, auch mit Hilfe eines Videos, erklärte) helfen. Auch mechanische Hilfen und Operationen wurden angesprochen.




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