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"Alles ruhig" bei türkischem Putschgedenken in Wien

Vor Beginn der Gedenkveranstaltung in Wien-Liesing durften die Medien einen Blick in den Saal werfen.
Vor Beginn der Gedenkveranstaltung in Wien-Liesing durften die Medien einen Blick in den Saal werfen. ©EXPA/Michael Gruber
Rund 200 österreichische Auslandstürken gedachten in Wien-Liesing des gescheiterten Putsches vor einem Jahr. Medien waren während der Veranstaltung nicht erwünscht.

Ohne türkischen Minister – und auch ohne Medien – haben österreichische Auslandstürken am heutigen Sonntagnachmittag in Wien-Liesing des gescheiterten Putsches vor einem Jahr gedacht. “Wir sind hier, um die Demokratie zu feiern”, sagte einer der Besucher der von der regierungsnahen Union europäisch-türkischer Demokraten (UETD) ausgerichteten Veranstaltung. Die Polizei sprach von 200 Besuchern.

“Man muss nicht mit allen politischen Entwicklungen in der Türkei einverstanden sein, um hier teilzunehmen”, sagte der Besucher. UETD-Sprecher Ramazan Aktas sagte auf APA-Anfrage, dass es sich um “keine politische Veranstaltung” handle. Das türkische Volk habe sich diesen Tag selbst geschenkt, denn es sei keine Partei, sondern die Bevölkerung der Türkei gewesen, die den Putsch gestoppt habe. Der Tag des Putsches stelle einen “Wendepunkt” dar, an dem sich die Türkei für eine “volle Demokratie” entschieden habe, sagte Aktas.

Angst vor “Fake News”: Keine Medien erwünscht

An der Veranstaltung in dem als Location für große Hochzeitsfeiern beliebten “Etap Event Center” wollte eigentlich auch der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci teilnehmen, doch hatte ihm das Außenministerium am Montag die Einreise verweigert, weil sein Besuch eine “Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Österreich” darstelle. Gekommen war Besuchern zufolge hingegen der türkische Botschafter Hasan Gögüs. Ein Polizeisprecher sagte der APA am späten Sonntagnachmittag auf Anfrage, es sei “alles ruhig”.

UETD-Sprecher Aktas sagte, dass Medien bei der Veranstaltung “nicht erwünscht” seien. Man befürchte eine verzerrte Darstellung durch “Fake News”, sagte er. Immerhin durften Journalisten bis zum offiziellen Veranstaltungsbeginn um 16:00 Uhr in den Saal. Die Organisatoren bemühten sich um Transparenz und verteilten aufwendig gestaltete Hochglanz-Folder, in denen die Ereignisse vor einem Jahr dargestellt werden, flankiert mit theatralisch-dramatischen Bildern und einer Liste aller getöteten “Märtyrer 15. Juli” samt Porträtfoto.

(APA, Red.)

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