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Änderung in Wertungskriterien lässt Weber für Heim-EM hoffen

Ab Jänner wird in Gymnastik mehr Wert auf Ausdruck gelegt. Ab Jänner wird in Gymnastik mehr Wert auf Ausdruck gelegt. - © EPA
Die Österreicherin Caroline Weber kann am Montag zufrieden über ihre im Einzelbewerb der Rhythmischen Gymnastik von den London-Spielen gelieferte Darbietung abreisen. Doch es bleibt der bittere Nachgeschmack, dass mehr als Rang 18 möglich gewesen wäre.

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Die Wertungsrichter waren nicht auf ihrer Seite, aber bei der Heim-EM vom 31. Mai bis 2. Juni 2013 könnte es anders aussehen. Denn ab Jänner wird im “code de pointage”, der Benotung, mehr Wert auf den Ausdruck gelegt.

Das ist Webers Stärke. Damit punktete sie auch in der Wembley Arena, allerdings eher nur beim Publikum. Mit “Wildschütz Rap” und “Radetzky Marsch” sowie Dirndl, Kostüm und Band in Rot-Weiß-Rot sowie mit Tiroler Hut und rot-weiß-roter Österreich-Brille brachte die Vorarlbergerin die Zuschauer spielend auf ihre Seite. “Das Wichtigste ist, dass ich Österreich gut präsentiert habe”, meinte Weber dazu. “Ich glaube, ich habe einen guten Eindruck beim Publikum hinterlassen.”

Mit den heimischen Anhängern in rund einem dreiviertel Jahr in der Wiener Stadthalle sollte sie dann als Lokalmatadorin leichtes Spiel haben. Schon der Fachkommentator in der BBC-Übertragung hätte Weber aufgrund ihres Gesamteindrucks gerne ins Finale der ersten zehn gehievt gesehen. “So eine großartige Person, so großartige Auftritte, so großartiger Humor und Stil”, hieß es da. Weber dazu: “Ich will den Leuten einfach mehr geben, sie inspirieren.”

Weber trainiert in Wien, um bessere Voraussetzungen zu haben. Von optimal sind die Bedingungen aber weit entfernt. Trainingsstätte ist in Hütteldorf die Westside Soccer Arena direkt hinter dem Hanappi-Stadion von Fußball-Vizemeister Rapid. Verglichen mit den Verhältnissen in Wettkampfhallen herrschen dort für eine Gymnastin indiskutable Verhältnisse. “So schlecht sind die Trainingsumstände für keine andere der Olympia-Athletinnen”, erklärte Coach Luchia Egermann.

Die Trainerin spricht von einer Art Camping-Zelt, das Dach sei für ein vernünftiges Training viel zu nieder. “Daher werfe ich auch beim Wettkampf eher nieder, weil ich es nicht anders trainieren kann”, sagte Weber. “Da wird leider viel zu wenig für die Infrastruktur gemacht.” Die Heeressportlerin wie auch Egermann plädierten gegenüber der APA – Austria Presse Agentur an die Politiker, in Wien den Bau eines Hallen-Komplexes zugunsten gleich mehrerer Sportarten in Erwägung zu ziehen.

Weber würde davon nicht mehr profitieren. Bei Olympia 2016 wird sie nicht mehr dabei sein, ein Karriere-Ende nach der Wien-EM hält sie für möglich. “Aber von der Halle würde die nächste Gymnastik-Generation profitieren”, sagte Egermann. Die 46-Jährige ist überzeugt, dass sie bei optimalen Rahmenbedingungen auch mit Physiotherapie etc. sogar eine Olympia-Medaillenkandidatin hervorbringen könnte. Schließlich habe sie vor ihrem Österreich-Engagement Weltmeisterinnen trainiert.

Noch gilt die Konzentration der früheren bulgarischen Spitzen-Gymnastin aber Weber. Für die steht als nächstes Ende September die Abreise zur Club-WM in Tokio auf dem Programm. Dort und bei den dann folgenden Staatsmeisterschaften wird die Wahl-Wienerin noch einmal das Dirndl anziehen und die bei Olympia so gut angekommene Musik auflegen lassen. In die EM wird Weber aber mit neuen Programmen gehen. “Ich werde mir aber auch dafür etwas einfallen lassen.”

(APA)

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