Adidas hat Ärger wegen eines "Sklaven-Turnschuhs"

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Aufschrei lässt "Sklaven-Schuh" von Adidas wieder von der Bildfläche verschwinden. Aufschrei lässt "Sklaven-Schuh" von Adidas wieder von der Bildfläche verschwinden. - © Screenshot
Adidas hat mit einem außergewöhnlichen Turnschuh eine Welle der Empörung in den USA erzeugt.

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Kritiker aus der schwarzen Bürgerrechtsbewegung warfen dem deutschen Konzern vor, mit symbolischen Fußeisen an den Schuhen die Sklaverei zu vermarkten. Der Versuch, mehr als 200 Jahre Entwürdigung nun mit Sportkleidung zu kommerzialisieren, sei "beleidigend, erschreckend und geschmacklos", sagte der Politiker und Pastor Jesse Jackson (70). Adidas hatte die Modelle zunächst im Internet präsentiert. Wegen der Kritik kündigte das Unternehmen an, die Sneakers nicht auf den Markt zu bringen.

Die "JS Roundhouse Mids" sollten eigentlich ab August verkauft werden und angeblich 350 Dollar (rund 275 Euro) kosten. Sie sind weiß, grau, lila und schwarz und haben ein paar gelbe Applikationen. Das besondere der Kleinserie sollten Plastikringe sein, die mit einer Kette, ebenfalls aus Plastik, befestigt sind. Der Träger konnte die gelben Schellen um die Knöchel legen, wie Fußeisen von Sklaven.

"Unsensibel und unverantwortlich"

"Die Ketten von unseren Beinen zu nehmen und an die Schuhe zu packen, ist kein Fortschritt", schimpfte Bürgerrechtler Jackson in der "Huffington Post". Es sei "unsensibel und unverantwortlich", wenn Adidas solche "entwürdigenden Symbole" vermarkte. "Diese Sklavenschuhe sind abscheulich, und wir als Volk sollten sie verdammen und zurückweisen." Sollten sie wirklich auf den Markt kommen, werde es noch mehr Proteste geben.

Adidas nimmt Schuh wieder vom Markt

Dazu wird es nach Angaben des Unternehmens nicht kommen: "Unsere Intention war es nie, irgendjemanden zu verletzten, deshalb ziehen wir den Schuh zurück", sagte Adidas-Sprecherin Katja Schreiber am Mittwoch. Die Welle der Empörung, die über den Sportartikelhersteller geschwappt ist, hat Adidas auch dazu bewogen, den Schuh auf seiner Facebook-Seite zu löschen. Und damit auch alle Kommentare entrüsteter User.

Weder das Unternehmen im fränkischen Herzogenaurach noch der Designer hätten jemanden beleidigen wollen: "Das war überhaupt nicht Jeremy Scotts Absicht. Er ist einfach ein sehr kreativer Designer."

Scott sei sehr verspielt und habe etwa Micky-Mäuse oder Raubtierschwänze an seinen Modellen angebracht. Seine Absicht sei es nie gewesen, mit der Fußfessel am Schuh an die Sklaverei zu erinnern. Einen Imageschaden befürchtet der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt eigenen Angaben zufolge nicht.

(APA; Redaktion)

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