55. Viennale: “Es wird eine Viennale von und für Hans Hurch”

Interimistischer Viennale-Direktor Franz Schwartz
Interimistischer Viennale-Direktor Franz Schwartz - © APA
“Es wird eine Viennale für und von Hans Hurch” – Franz Schwartz macht als interimistischer Leiter des Filmfestivals gleich zu Beginn der Programmvorstellung am Dienstagabend deutlich, wie sehr der im Juli überraschend verstorbene Langzeitdirektor heuer noch präsent ist. Schließlich ist es nur mehr eine gute Woche, bis am 19. Oktober mit der großen Gala im Gartenbaukino der Startschuss fällt.

Dabei hat man sich mit “Lucky”, dem Regiedebüt des Schauspielers John Carroll Lynch, für einen mild-melancholischen Eröffnungsfilm entschieden. Der greise Harry Dean Stanton hat dabei seinen letzten Auftritt auf der Leinwand. Am Ende, dem 2. November, gibt es Robert Guediguians Generationenkonflikt “La Villa” über drei Geschwister in Südfrankreich im Rahmen der Abschlussgala, bei der auch die Viennale-Preise verliehen werden.

In den 13 Tagen dazwischen gibt es wieder rund 200 Werke aus allen Ecken der Welt zu sehen, bei denen eher der künstlerische Gehalt denn der Starglanz im Mittelpunkt steht. Dass dieser aber auch nicht ausbleibt, dafür sorgt der heurige Stargast Christoph Waltz, der während der laufenden Dreharbeiten für sein erstes Regieprojekt nach Wien kommt, und am 24. Oktober im Rahmen einer Gala Rede und Antwort stehen wird.

Waltz hat unter anderem seinen neuen Film “Downsizing” von Alexander Paynes im Gepäck. Hollywood-Feeling versprüht auch Regisseur Alex Ross Perry, der am 22. Oktober mit “Golden Exits” ein Psychodrama vorstellt. Hinzu kommen breitenwirksame Arbeiten wie der Venedig-Gewinner “The Shape Of Water” von Guillermo del Toros oder Martin McDonaghs “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”.

Persönlich stellt Mathieu Amalric seine sechste Regiearbeit “Barbara” über die gleichnamige französische Chansonsängerin vor. Und der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach ist gleich eine ganze Personale gewidmet, zu der auch ihre österreichische Koproduktion “Western” gehört. Österreich-Premiere erleben das Psychodrama “Tiere” des polnischen Regisseurs Greg Zglinski, der mit Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair zwei heimische Hochkaräter vor der Kamera hatte, und Barbara Alberts Historienfilm “Licht”.

Der Kern des Gedenkens an Hans Hurch stellt eine eigene Filmhommage dar. Jeweils um 18.00 Uhr im Stadtkino präsentieren 14 “ästhetische Komplizen”, also künstlerische Wegbegleiter, des verstorbenen Viennale-Chefs einen Film, den sie mit ihm verbinden. Sieben der Experten kommen auch persönlich nach Wien, um im Vorfeld über Hurch zu sprechen. Dazu zählen etwa Klaus Wyborny oder Hartmut Bitomsky.

Das Wort hat dann auch im Festivalzentrum einen fixen Platz. Nach dem Umbau der Alten Post schlägt man heuer in der Kunsthalle seine Zelte auf. Neben Partys, Buchpräsentationen und Diskussionen sind dort auch Gespräche mit prominenten Festivalgästen vorgesehen – darunter John Carroll Lynch als Regisseur des Eröffnungsfilms “Lucky” am 20. Oktober oder Vanessa Redgrave, die am 26. Oktober über ihr Flüchtlingsregiedebüt “Sea Sorrow” spricht.

Zu den zahlreichen Spezialschienen zählt traditionell auch die Retrospektive im Filmmuseum, die sich bereits ab Freitag unter dem Titel “Utopie und Korrektur” dem sowjetischen Kino zwischen 1926-1940 respektive 1956-1977 widmet und dabei bis 30. November jene Tänze und Verrenkungen nachspürt, die Filmemacher in Russland oftmals aufführen mussten, um ihre Werke fertigzustellen. “Wir haben hier eine Repräsentation der ganzen Vielfalt des sowjetischen Kinos”, freute sich Michael Loebenstein als neuer Direktor des Filmmuseums.

(APA)

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