300.000 Amseln in Deutschland an Virus gestorben

Von Verein Jahrgang 1937 Weiler
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Rund 300.000 Amseln sind innerhalb eines Jahres in Deutschland dem tropischen Usutu-Virus zum Opfer gefallen.

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Die Zahlen zeigen, dass das Risiko für Amseln in bestimmten Regionen groß, aber bundesweit nicht bestandsgefährdend ist", sagte Naturschutzbund-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Freitag in Berlin. Die Experten hatten Daten von Vogelzählaktionen aus sieben Jahren ausgewertet. Das Ausbruchsgebiet des aus Afrika stammenden Virus umfasse derzeit die Rheinebene von Freiburg im Breisgau bis Köln und das Maintal aufwärts bis Frankfurt am Main und Hanau, teilte der Verein mit. Ausgebrochen war das Virus im Sommer 2011 am nördlichen Oberrhein. Die Amsel ist den Angaben zufolge die in Deutschland am weitesten verbreitete Vogelart - Schätzungen zufolge leben im Bundesgebiet acht bis 16 Millionen Brutpaare.

Hoffen auf Resistenz

Infizierte Vögel wirken laut Nabu unkoordiniert und haben kahle Stellen an Kopf und Hals. Warum vor allem die Amseln betroffen sind, ist den Experten zufolge unklar. "Wir können aber davon ausgehen, dass die Amseln zunehmend resistent gegen den Erreger werden", betonte Miller. Dadurch würden die Massensterben von Jahr zu Jahr weniger extrem ausfallen.

Usutu-Viren können auf Menschen übertragen werden. Eine solche Infektion war Ende August in Deutschland erstmals bei einem Mann aus dem hessischen Groß-Gerau nachgewiesen worden. Der Verlauf ist beim Menschen meist harmloser als bei Vögeln, es können Hautausschläge und Kopfschmerzen auftreten - im schlimmsten Fall eine Gehirnhautentzündung. Schwere Verläufe wurden bei Älteren und Immunschwachen beobachtet.

 

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