Star-Aufmarsch in Götzis – Auch ÖLV-Team schlagkräftig

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Sportler aus 27 Nationen treten dieses Wochenende in Götzis an.
Sportler aus 27 Nationen treten dieses Wochenende in Götzis an. - © VOL.AT/Steurer
Götzis – Beim Meeting-Highlight der Mehrkämpfer am Samstag und Sonntag in Götzis werden wieder zahlreiche Topstars mit dabei sein.


Und auch Österreich hat mit der zweifachen EM-Medaillengewinnerin Ivona Dadic, Dominik Distelberger und Mega-Talent Sarah Lagger ein schlagkräftiges Team am Start der 43. Auflage dieser Traditionsveranstaltung. Quali-Druck für die WM in London besteht nicht.

2013- und 2016-Sieger Damian Warner aus Kanada (Bestleistung 8.695 Punkte) wird bei der Anpeilung seines dritten Ländle-Erfolges u.a. vom Kubaner Leonel Suarez (8.654), dem Deutschen Rico Freimuth (8.561) sowie dem Niederländer Eelco Sintnicolaas (8.506) gefordert. “Der Wettkampf wird mir zeigen, wo ich formmäßig stehe”, hoffte Warner bei der Abschluss-Pressekonferenz am Freitag auf eine schnelle neue Bahn im Mösle-Stadion in Götzis.

Die Jahresweltbestleistung von Victor Lindon aus Grenada, die seit 12. Mai bei 8.539 Zählern steht, ist jedenfalls in Gefahr. Kurzfristig absagen musste 2015-Sieger Kai Kazmirek (8.580). Der Deutsche überknöchelte beim Training, kann derzeit nicht auftreten und ist zu weiteren Untersuchungen nach München abgereist.

Nur die besten Erinnerungen an das Mösle-Stadion hat Dominik Distelberger. Im Vorjahr stellte er mit 8.175 Punkten neue persönliche Bestleistung auf und knackte als Fünfter die Normen für die EM für Amsterdam und Olympia in Rio de Janeiro. Bei den Kontinentaltitelkämpfen musste der Niederösterreicher nach vier Disziplinen an 20. Stelle liegend wegen einer Verhärtung im Beinbizeps aussteigen, bei den Sommerspielen in Brasilien wurde er mit 7.954 Punkten 19. Die Hallen-Saison (Siebenkampf) verlief mit Platz zwei bei einem Meeting Tallinn und vier bei der EM in Belgrad vielversprechend. Mit 6.063 Punkten fehlten nur zwei Zähler auf den ÖLV-Rekord von 6.065.

Der von Herwig Grünsteidl trainierte Athlet vom UVB Purgstall bereitete sich auf das Meeting in Vorarlberg in Montpellier (Frankreich) vor, hat dort auch mit Kazmirek ein paar Einheiten absolviert. Formtests im Hochsprung und Weitsprung bei den Vereinsmeisterschaften vorigen Samstag in Salzburg waren gut. “Ich fühle mich gut, auch die letzten Trainingseinheiten und Vorbereitungswettkämpfe verliefen zufriedenstellend. Dennoch ist die Saison noch jung, da gibt es in einigen Bereichen bestimmt noch Verbesserungspotenzial”, sagte Distelberger, der für die WM in London wie Dadic bereits qualifiziert ist. “Sollte ich in Götzis die Chance erhalten, die 8.175 anzugreifen, wäre das natürlich cool. Aber mit einem Ergebnis von rund 8.000 Punkten kann ich in dieser frühen Phase auch ganz gut leben.”

Thiam Top-Favoritin bei den Damen

Das Feld bei den Damen ist nicht minder stark. Top-Favoritin ist Olympiasiegerin und Hallen-Europameisterin Nafissatou Thiam aus Belgien (6.810), sie wird auf die Jahresweltbestleistung der US-Amerikanerin Kendell Williams von 6.354 Punkten losgehen. Auch sie will den Siebenkampf in Vorarlberg vor allem als Formüberprüfung nehmen.

“Götzis ist ein guter Platz, um in die Saison zu starten”, sagte sie. Als Herausforderinnen lauern u.a. die Deutschen Jennifer Oeser (6.683) und Carolin Schäfer (6.557), die Britin Katarina Johnson-Thompson (6.682), die Französin Antoinette Nana-Djimou (6.576), die Lettin Laura Ikauniece-Admidina (6.622), Nadine Broersen (6.539) und Freiluft-Europameisterin Anouk Vetter (6.626) aus den Niederlanden, aber auch die Österreicherin Dadic (6.408).

Auch Dadic nutzte die Vereinsmeisterschaften. Sie trat im Kugelstoßen, Hochsprung und über 100 m Hürden an. Die Oberösterreicherin, die mit Philipp Unfried arbeitet, blickt auf die erfolgreichsten zwölf Monate ihrer Karriere zurück. Zwar schrammte sie 2016 in Götzis als Zehnte mit 6.196 um vier Punkte am Olympia-Limit vorbei und brach einen Monat später in Ratingen ab, weil sie die Norm nicht mehr erreichen konnte, bei der Amsterdam-EM lief aber alles perfekt. Mit dem neuen österreichischen Rekord von 6.408 eroberte Dadic die Bronzemedaille und sicherte sich das Rio-Ticket. Dort schnitt sie als 21. mit 6.155 allerdings auch für sich selbst nicht zufriedenstellend ab.

Die Zweite bei Österreichs Wahl zur “Sportlerin des Jahres” zeigte folgend auch im Winter auf, bei den Österreichischen Mehrkampf-Meisterschaften in Wien verbesserte sie den ÖLV-Fünfkampf-Rekord auf 4.520 Punkte. Bei der Hallen-EM in Belgrad legte sie weiter drauf, mit 4.767 Zählern wurde es die Silbermedaille hinter Thiam. “Die Hallensaison ist für mich noch nicht sehr lange her”, erinnerte die 23-jährige Dadic, die ihre Topform bei der WM erreicht haben will. In Götzis peilt sie einen “guten Wettkampf” an, guten Leistungen stehe nichts im Wege, wird Dadic versuchen, an ihre Bestleistung heranzukommen.

Mit Lagger (5.960) und Karin Strametz (5.666) sind zwei weitere ÖLV-Athletinnen in Götzis mit dabei. Ihren Saisonstart verschieben musste Verena Preiner wegen eines Bänderrisses im rechten Knöchel. Die Freiluft-EM-Siebente und Hallen-EM-Sechste plant ein Antreten Mitte Juni in Kladno (Tschechien).

U20-WM-Goldmedaillengewinnerin Lagger gab im Vorjahr in Götzis ihr Siebenkampf-Debüt in der allgemeinen Klasse und wurde 25. Die Marke von 5.776 Punkten verbesserte sie bei ihrem Titelgewinn bei der Nachwuchs-WM auf 5.960, die 6.000 sind für den 18-jährigen Schützling von Georg Werthner wohl bald fällig. “Sarah ist voll motiviert und Götzis ein besonderes Highlight”, meinte der Trainer. “Die Vorbereitungsphase lief trotz Doppelbelastung von Schule und Sport sehr vielversprechend, zuletzt hat sie auch noch ein Höhentraining eingelegt. Auf alle Fälle darf man ihr in diesem Jahr noch einen weiteren Leistungsanstieg zutrauen.”

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