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20. März 2008 07:13; Akt.: 20.03.2008 07:13

1600 Frauen flohen vor Gewalt

Notfallwohnungen sind oft die letzte Zuflucht Notfallwohnungen sind oft die letzte Zuflucht - © Bilderbox
Dornbirn – Jeden Tag sind in Österreich durchschnittlich vier Frauen und vier Kinder so schwerer häuslicher Gewalt ausgesetzt, dass sie in Notwohnungen oder Frauenhäuser fliehen. Frauenhäuser [.pdf - 177KB]

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Dies geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Statistik der autonomen Frauenhäuser Österreichs hervor. „Die Betroffenen haben meist ein jahrelanges Martyrium hinter sich, bevor sie es wagen, um Hilfe zu bitten. Viele kommen durch die Vermittlung der Polizei zu uns, zum Beispiel nach einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt“, so Tanja Kopf, Leiterin der Notwohnung des IfS in Dornbirn.

Adresse ist geheim

Unter der geheim gehaltenen Adresse der Notwohnung in Dornbirn finden seit fast 20 Jahren misshandelte Frauen und ihre Kinder Unterschlupf, um zur Ruhe zu kommen und der unerträglich gewordenen Situation zuhause zu entfliehen. 75 Frauen und 51 Kinder waren es im vergangenen Jahr. „Der Schutz der Frauen steht an oberster Stelle. Wir üben keinen Druck auf sie aus, ihre Männer zu verlassen oder sich scheiden zu lassen, sondern sehen uns als Helfer in einer akuten Krisensituation. Die Frauen sollen bei uns erst einmal zur Ruhe kommen, Druck hatten die meisten jahrelang mehr als genug“, schildert die Sozialarbeiterin. Im Jahr 2007 bekamen öster­reichweit 1641 Frauen und 1549 Kinder Schutz in den 26 autonomen österreichischen Frauenhäusern. Bei genauerer Betrachtung der Zahlen fällt auf, dass vor allem ausländische Frauen betroffen sind: 54 Prozent der Schutzsuchenden waren Migrantinnen, 46 Prozent österreichische Staatsbürgerinnen.

Abhängigkeit

Österreicherinnen seien laut Tanja Kopf zwar genauso von Gewalt betroffen wie Migrantinnen, allerdings können diese leichter auf andere Ressourcen wie Familie, eigenes Einkommen, Zugang zu Informationen und Anwälte zurückgreifen. Damit seien Frauen ohne österreichische Staatsbürgerschaft mit weitaus mehr Schwierigkeiten konfrontiert: ihr Aufenthaltsstatus sei großteils vollkommen vom Misshandler, sprich Ehemann abhängig, genauso wie auch ihre Existenzgrundlage. Zur wirtschaftlichen Abhängigkeit kommt für Migrantinnen auch noch ein gefährdeter Aufenthaltsstatus bei Scheidung hinzu. Sprachliche Barrieren und traditionelle Familienstrukturen verschärfen die Situation.


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