4. November 2009 08:14; Akt.: 4.11.2009 08:14

16 Alpintote in Sommersaison

Alpinpolizei: Jeder zehnten Suchaktion am Berg geht ein Fehlalarm voraus. Alpinpolizei: Jeder zehnten Suchaktion am Berg geht ein Fehlalarm voraus. - © VN/Hofmeister
Bregenz – Häufigste Ursache der tödlichen Unfälle am Berg ist Herz-Kreislauf-Versagen.

Der Bergsommer 2009 geht mit einem deutlichen Rückgang an Todesopfern im alpinen Gelände zu Ende. Von 15. Mai bis 31. Oktober sind auf Österreichs Bergen 139 Menschen ums Leben gekommen, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von rund 22 Prozent entspricht. 2008 waren 177 Menschen bei Bergunfällen gestorben. Unter den Opfern befinden sich etwa sechsmal so viele Männer wie Frauen, das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervor.

221 Unfälle in den Bergen

In Vorarlberg ist die Anzahl der tödlich Verunglückten entgegen dem bundesweiten Rückwärtstrend nahezu kons­tant geblieben. Laut Statistik starben 16 Personen in den Bergen, im Vorjahreszeitraum waren es 15. Eine leichte Zunahme gibt es auch bei den Alpinunfällen. So verzeichnete die hiesige Alpinpolizei im heurigen Bergsommer 221 Unfälle, das sind um 14 mehr als im Vergleichszeitraum 2008. Der wohl spektakulärste Alpinunfall der Sommersaison hatte sich Ende Juli im Silvrettagebiet, unterhalb des Piz Buin, ereignet. Zwei Alpinisten aus Südtirol stürzten 150 Meter in die Tiefe, laut damaligem Polizeibericht waren die Beiden durch ein kurzes Seil miteinander verbunden, aber nicht gesichert. Für einen 60-jährigen Bludenzer endete die Fahrt auf einer Materialseilbahn in Brand tödlich. Sieben Wanderer starben an einem Herz-Kreislauf-Versagen. Weiters ertrank ein Mann während einer Canyoning-Tour in der Kobelache, vier Personen rutschten aus und stürzten in den Tod. Auch ein Suizid findet sich in der Statistik. Ein Grund für den öster­reichweiten Rückgang bei den Todesopfern könnte laut dem Kuratorium das ungünstige Wetter im Frühsommer gewesen sein. Im Juni 2009 gab es sieben Alpintote im Vergleich zu 31 Getöteten im Jahr davor.

Unnötige Suchaktionen

Etwa zehn Prozent der Suchaktionen könnten laut Hans Ebner, Leiter der Alpinpolizei, vermieden werden. „Uns wäre wichtig, dass die Leute sagen, wo sie hingehen und Verspätungen kundtun“, meinte Ebner. Nicht selten stelle sich heraus, dass ein abgängiger Skifahrer im Gasthaus sitzt oder ein Alpinist gesucht wird, weil er seine Tourenänderung nicht mitteilte.



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