Mathias Graf vom SV Dornbirn freute sich über Bronze im Slalom. - © privat
Dornbirn. „Teil sein ist alles“ – unter diesem Motto fanden vom 13. bis 22. Januar 2012 die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG Youth Olympic Games) in Innsbruck statt. Mit dabei auch der sechszehnjährige Dornbirner Mathias Graf. Wie er den Großevent erlebt hat, welche persönliche Bilanz er zieht und wie die heurige Saison insgesamt läuft, darüber spricht das Vorarlberger Schitalent vom SV Dornbirn im Interview mit der VN Heimat.
Wie war es für Sie bei den ersten YOG dabei zu sein?
Graf: Es war ein super Gefühl. Die Stimmung war gut, auch abseits der Wettkämpfe hat man gemeinsam „a Gaudi“ gehabt. Interessant war das Zusammentreffen mit Teilnehmern unterschiedlicher Sportarten. Ich konnte viele neue Bekanntschaften schließen.
Die Olympischen Jugendspiele sind nicht ganz unumstritten. Wie denken Sie darüber?
Graf: Persönlich finde ich es einerseits sinnvoll Olympische Jugendspiele abzuhalten. Man lernt viel für die Zukunft, dadurch dass man erlebt wie eine solche Großveranstaltung abläuft. Auch im damit verbundenen Umgang mit den Medien wird man erfahrener. Andererseits ist es fraglich, ob so junge Sportler wirklich schon zu Olympiasiegern gekürt werden sollen, der Weg bis an die Weltspitze ist noch ein langer.
In welchen Bewerben waren Sie am Start? Wie waren Ihre Resultate?
Graf: Ich bin sowohl im Super-G, in der Super-Kombi, im Riesentorlauf, im Slalom und im Team-Bewerb gestartet. Im Super-G wurde ich zehnter, in der Super-Kombi siebter, im Riesentorlauf bin ich mit Laufbestzeit im zweiten Lauf kurz vor dem Ziel ausgeschieden. Im Slalom machte ich den dritten Platz und im Team-Bewerb haben wir die Goldmedaille gewonnen. In meinem Jahrgang habe ich mich allerdings bei allen Rennen als Bester qualifiziert.
Was war es für ein Gefühl zwei Medaillen zu gewinnen? Schon ein Vorgeschmack auf später?
Graf: Es war schon ein ergreifender Moment und ein tolles Gefühl. Zukunftsträume habe ich noch nicht, ich bin mir bewußt, dass ein langer Weg vor mir liegt und es jetzt um einiges schwerer und härter wird.
Wie zufrieden sind Sie mit ihren Leistungen bei den YOG?
Graf: Nicht ganz zufrieden, da es generell nicht so gut gelaufen ist. Ich bin nicht das gefahren, was ich eigentlich könnte und habe ein paar grobe Fehler gemacht.
Geben die Medaillen Ihnen zusätzlichen Antrieb?
Graf: Sicher bin ich jetzt hochmotiviert, mich noch mehr anzustrengen. Ab und zu ist es ganz gut, wenn es nicht so super läuft, dann hat man wieder einen besonderen Ansporn. Man wird sich bewußt, dass die anderen auch nicht schlafen.
Wie zufrieden sind Sie bis jetzt mit der Saison 2011/2012?
Graf: Bisher bin ich ganz zufrieden. Im Slalom läuft es momentan super, im Super-G passt es und im Riesentorlauf sind meine Leistungen noch ausbaufähig. Besonders gefreut hat mich der Sieg im Slalom bei den Österreichischen Jugendmeisterschaften Anfang Februar in St. Anton. Ich holte mir 33 FIS-Punkte und bekomme dadurch jetzt bessere Startnummern.
Welche sportlichen Ziele haben Sie?
Graf: Konkrete sportliche Ziele habe ich mir keine gesetzt. Ich lasse alles auf mich zukommen. Ich hoffe, dass, wenn ich so weitertrainiere und meine Leistung voll abrufen kann, die Erfolge von allein kommen.
Was bedeutet Ihnen das Schifahren?
Graf: Für mich ist Schifahren einfach das Schönste was es gibt!
Zur Person
Mathias Graf
Geboren: 19. Januar 1996
Schule: Sportgymnasium Dornbirn (6. Klasse)
Verein: Skiverein (SV) Dornbirn
Hobbies: den Winter verbringe ich mit Schifahren, im Sommer fahre ich Rad, gehe wandern und fahre Trail
Vorbild: Marc Girardelli